Kino in Deutschland

Obwohl deutsche Filme in vielen Ländern weniger bekannt sind, ist die Bedeutung von Kunst und Kino in Deutschland sehr groß. Von der Erfindung des Horrors zu Zeiten der Weimarer Republik, bis hin zur Nacharbeitung der Geschichte des zweiten Weltkriegs – das Kino hat in Deutschland eine eindrucksvoll kreative Geschichte und Kultur.

Die deutsche Filmgeschichte

Direkt nach dem ersten Weltkrieg startete das deutsche Kino durch. Die liberale Atmosphäre der Weimarer Republik erzeugte eine regelrechte Explosion der Kreativität in allen Kunstbereichen. Die Filmemacher der Zeit reagierten darauf, indem sie die Techniken des Expressionismus aus Theater und Kunst in verworrene Geschichten von Wahnsinn und Terror einbauten – und somit im Endeffekt das erfanden, was heute als das Horrorfilm-Genre bekannt ist. In diesem Zusammenhang wird beispielsweise der 1920 erschienene Film ‘Das Cabinet des Dr. Caligari’ als Meilenstein der Filmgeschichte gesehen, nicht nur für Deutschland, sondern weltweit. Nur zwei Jahre später erschien auch schon der zweite bahnbrechende Erfolg dieser neuen Filmrichtung: Der weltbekannte Film ‘Nosferatu’, welcher auf den Büchern über Dracula basiert. Ein weiterer Film, welcher kurz darauf die deutsche und internationale Filmgeschichte dauerhaft verändern sollte, war ‘Metropolis’, welches eines der ehrgeizigsten und teuersten Filmprojekte seiner Zeit war, und zu einem der einflussreichsten Stummfilme aller Zeiten wurde.

Doch das deutsche Kino erlitt nur kurze Zeit später einen starken Dämpfer. Während des zweiten Weltkriegs zogen sich die meisten der erfolgreichsten deutschen Filmemacher zurück und gingen ins Ausland; die meisten von ihnen machten anschließend Karriere in Hollywood oder anderen Filmhochburgen. Während dieser Zeit starb die deutsche Filmkultur beinahe komplett aus, abgesehen von wenigen deutschen Produktionen, welche in den meisten Fällen Propagandazwecken dienten.

Doch nach Ende des zweiten Weltkriegs erwachte das deutsche Kino langsam wieder zum Leben. Die sozialen und politischen Schwierigkeiten, welche besonders zum Höhepunkt des kalten Krieges zu spüren waren, regten die Kreativität der deutschen Filmemacher an. Als sich in den frühen Siebzigern immer mehr radikale politische Ansichten verbreiteten, wurde auch das Kino zunehmend davon beeinflusst. Filmemacher wie Herzog, Fassbinder, Schlondorff, Wenders, Kluge und mehr wurden zu dieser Zeit zu bekannten Namen. Alexander Kluges ‘Abschied von Gestern’ wurde zum Vorläufer des neuen deutschen Kinos, und Werner Herzogs ‘Aguirre, der Zorn Gottes’ trieb diese Bewegung weiter an. Dank dieser Einflüsse erlebte das deutsche Kino eine weitere Hochphase, beispielsweise mit kommerziellen Erfolgen wie ‘Das Boot’ von Wolfgang Pedersen und Christiane Fs ‘Wir Kinder vom Bahnhof Zoo’.

Nach dem Zusammenfall des Kommunismus und dem Ende des kalten Krieges folgte im deutschen Kino eine Zeit des Umdenkens und der Umorientierung. Obwohl die Filmkultur auch in dieser Zeit zuerst zurückhaltender wurde, folgten anschließend Filme wie ‘Der Untergang’, welcher sich mit Hitlers letzten Tagen befasst, und ‘Das Leben der Anderen’, welches ein kritisches Bild der Spionage in der DDR lieferte.

Die Deutsche Filmakademie

Die 2003 gegründete Deutsche Filmakademie dient als zentrales Forum für Filmemacher und versteht sich als Kommunikationszentrum des Deutschen Films. Weiterhin bestimmt sie die Gewinner des Deutschen Filmpreises und organisiert dessen Verleihung. Hierzu wird jährlich eine Gala organisiert, bei welcher die Preisträger geehrt werden. Zusätzlich dazu ist es die Aufgabe der Deutschen Filmakademie, das Ansehen des Deutschen Films weltweit zu stärken und diesen zu fördern. Hierbei liegt der Fokus besonders darauf, die filmische Bildung von neuen Talenten zu fördern und Informationen zum Thema Film bereitzustellen.